Erste Kur mit 17 - sinnvoll?

STEROIDE - mit 17 Jahren - IDIOT!

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Für ihn hat die Antwort vier Buchstaben: In den U-Labs werden die Produkte zu diesem Lifestyle hergestellt. Er war 14 Jahre alt. Mit 17 wollte David sich zum ersten Mal umbringen.

Er stand am Bahngleis in Erfurt und wartete auf den ICE aus Fulda. Seit zwei Wochen taten ihm damals die Brustwarzen weh, und David hatte gelesen, der Körper wandle überschüssiges Testosteron in das weibliche Sexualhormon Östrogen um. Er hatte Panik, dass ihm ein Busen wächst von dem Zeug, das er ständig einwarf. Lieber tot als "bitch tits", so nennen Jungs wie David die Dinger, die sie kriegen können von Anabolika.

David zitterte, als er den Zug kommen sah. Seit jenem Tag hat David keine Anabolika mehr genommen, er ist seit 34 Monaten clean. Er ist ein stiller Kerl, ein Angler, der am liebsten auf Brasse geht. Er läuft über den Domplatz in Erfurt und blickt aus müden Augen: Er hat wieder die halbe Nacht auf dem Klo gehockt, Durchfall ist so eine Nebenwirkung, die ihn bis heute quält.

Die Pillen öffneten ihm eine neue Welt. Die erste Pille bekam David von Thomas, dem älteren Bruder eines Freundes. David nahm sie auf dem Weg zum Fitnessstudio, dann setzte er sich ans Curlpult, um den Bizeps zu trainieren. Er war angefixt und kaufte bei Thomas eine ganze Packung. Nach drei Wochen drückte David auf der Bank 65 Kilo. Vorher hatte er nie mehr als 35 Kilo geschafft. David war jetzt einer, auf den die Mädchen stehen.

Er lernte Tanja kennen, seine erste Freundin. David ging jeden Tag ins Studio, zuerst eine Stunde lang, dann zwei, dann zweieinhalb, "bis ich aus den Poren gequalmt habe", sagt er. Er verdoppelte die Anabolika-Dosis, nahm zwei Tabletten auf einmal. Er bestellte sich Testosteron-Booster, ein Pulver, mit dem er sich jeden Morgen einen Drink anrührte. Marcus Simaitis Weil sein Taschengeld nicht reichte, um an den Stoff zu kommen, klaute David.

Er zog anderen Jungs das Portemonnaie ab, brach in eine Zahnarztpraxis ein und verhökerte das Diebesgut. Zwei Jahre ging das so.

Im Lauf der Zeit wurde David immer aggressiver, beim kleinsten Anlass stauchte er seine Freundin zusammen. Und wenn Tanja mit ihm kuscheln wollte, ging er auf Distanz. Rote Flecken und Narben bildeten sich auf seiner Haut. Davids Augen färbten sich gelb, Anabolika belasten die Leber. Dazu die Schmerzen an den Brustwarzen. Es war zu viel für ihn, und David machte sich auf den Weg zu den Bahngleisen.

Marcus Simaitis Er setzte die Tabletten und das Pulver ab, er ging nicht mehr in den Fitnessklub. Doch so schnell, wie er seinen Körper aufgepumpt hatte, so schnell fiel er jetzt in sich zusammen.

David verlor an Gewicht. Er war antriebslos und lag oft im Bett. Die depressiven Phasen kamen und gingen. Wenn er einen kräftigen Oberarm sah, wurde er eifersüchtig, das konnte einen Schub auslösen. Seine Eltern wunderten sich, was mit ihrem Sohn los ist, fragten aber nicht weiter nach. David erzählte ihnen nichts, sie wissen bis heute nicht, dass er Anabolika genommen hat.

David läuft über den Domplatz in Erfurt, dünn und blass. Er leidet an Magenkrämpfen, oft ist ihm übel. Aber er trainiert wieder, ein bisschen. Er kann es nicht lassen. Bei seinen Eltern im Keller stemmt er Gewichte. In sein altes Fitnessstudio geht er aber nicht. Er sagt, er könne sich gut vorstellen, Aufklärungsarbeit in Sachen Anabolika zu leisten.

Irgendwann, nach seiner Haft. Und Patrick, der Doper, hat Stress mit seiner Freundin. Sie mag es nicht, dass er nur sein Krafttraining im Kopf hat. Sie mag es nicht, dass er dopt. Sie sagt, das Zeug mache ihn "arschlochhaft". Patrick meint, es daure nicht mehr lange, dann stelle sie ihn vor die Wahl: Das ist es mir nicht wert. Wir haben ihn ein wenig gekürzt. Du willst mit Doping aufhören oder gar nicht erst anfangen? Martin Hörning ist Professor für Sozialmedizin an der Katholischen Hochschule Nordrhein-Westfalen in Paderborn.

Er leitet das Programm "No roids inside", Roids ist die Abkürzung für Steroide. Hörning hält in Fitnessstudios Vorträge über die Gefahren von Anabolika und berät Freizeitsportler, die mit dem Dopen aufhören wollen.

Was tue ich, wenn ich gar nicht erst in Versuchung kommen will, Dopingmittel zu nehmen? Informiere dich über Trainingsmethoden, bei denen bewusst auf den Einsatz von Chemie und Medikamenten verzichtet wird.

Suche dir ein Fitnessstudio, in dem es eine gute Anleitung durch die Trainer gibt. Bei kompetenter, persönlicher Betreuung ist die Gefahr geringer, dass im Studio ein dopingverseuchtes Milieu entsteht. Bleib im Studio weg von Sportlern mit bulliger Statur und vielen Pickeln auf dem Rücken, denn die dopen wahrscheinlich selbst. Gehe zu einem Arzt und bitte ihn um Hilfe. Sei dir bewusst, dass dein Körper eine gewisse Zeit braucht, um wieder normal zu funktionieren.

Deine natürliche Hormonproduktion muss wieder angeworfen werden, das dauert ungefähr fünf bis sechs Wochen, manchmal auch länger.